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08.11.2010, 12:10 Uhr | Lausitzer Rundschau, Rüdiger Hofmann Übersicht | Drucken
Europa vor der eigenen Haustür

Cottbus Europäische Politik ist auch für Cottbuser Bürger greifbar. Das konnte eine Abiturklasse der Europaschule u201eHumboldt-Gymnasiumu201c im ehemaligen Dieselkraftwerk in Cottbus am Amtsteich erleben.

Die »Aktion Europa«« und das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus luden im Rahmen der 
Europa vor der eigenen Haustür
Cottbus Europäische Politik ist auch für Cottbuser Bürger greifbar. Das konnte eine Abiturklasse der Europaschule u201eHumboldt-Gymnasiumu201c im ehemaligen Dieselkraftwerk in Cottbus am Amtsteich erleben.
 
Aus: Lausitzeer Rundschau 08.11.2010
Die »Aktion Europa«« und das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus luden im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Europa vor Ort« Politikmitglieder des Europäischen Parlaments, des Ministeriums für Wirtschaft und Europaangelegenheiten und des Brandenburgischen Landtages zu einer lebhaften Diskussion über Europaprojekte und erfolgreiche Förderpolitik ein.
 
»Wir von der Europaschule sind in besonderem Maße interessiert zu erfahren, wie europäische Politik unser Cottbuser Alltagsleben prägt«, so Petra Katzor, Lehrerin am Humboldt-Gymnasium in Cottbus. Die angehenden Abiturienten behandeln derzeit Europathemen im Unterricht mit dem Schwerpunkt der Globalisierung. »Bei uns an der Schule wird seit 1998 bilingualer Unterricht in englischer Sprache angeboten, ein Beispiel, wie Europa in unmittelbarer Nachbarschaft erfolgreich funktionieren kann«, so die Sprachenlehrerin. Sie sei mit ihrer Abiturklasse aber auch in das neue Quartier der Kunstsammlung gekommen, um den Schülerinnen und Schülern des Kunstkurses den Erhalt eines Industrieobjektes als Meisterwerk des norddeutschen Backsteinexpressionismus zu verdeutlichen.
 
Nach vierjähriger Bauzeit ist das ehemalige Dieselkraftwerk zum Kunstmuseum umgestaltet und im April 2008 als neues Ausstellungsobjekt der Kunstsammlung bezogen worden. Die Umbaukosten beliefen sich auf insgesamt 8,1 Millionen Euro und wurden aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt.
 
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion stand die Frage im Raum, wie sich europäische Politik auf Brandenburg und die Stadt Cottbus neben erfolgreicher Förderpolitik in Zukunft noch auswirke. Die Wahrnehmbarkeit von Politik ist für den Cottbuser Bürger zunächst lokal begrenzt und kaum europabezogen. Durch die zentrale Lage der Stadt und der Nähe zu Polen sei das Hauptaugenmerk auf die Sprachen zu lenken. »Die englische Sprache ist heutzutage Grundvoraussetzung, aber Polnisch hat für Cottbus eine große Zukunft«, prognostiziert Knut Abraham, Vorsitzender des Landesfachausschusses für Bundes- und Europaangelegenheiten. Hier müsse eine interkulturelle Kompetenz aufgebaut werden.
 
Diesen Appell griff Dr. Christian Ehler auf und richtete sich speziell an die Schülerinnen und Schüler der Europaschule: »Ihr seid inzwischen wahlberechtigt, könnt welt- und europaweit Ausbildung machen und mit eurer Lebenseinstellung die Rahmenbedingungen für das spätere Berufsleben schaffen«, gab das Parlamentsmitglied den Jugendlichen mit auf den Weg.