Strukturwandel in der Lausitz ist nicht das Ende der Fahnenstange

25.05.2022, 11:34 Uhr | Knut Abraham, MdB

Bei meinem Treffen mit dem Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Cottbus, Heinz-Wilhelm Müller, im Wahlkreisbüro in Finsterwalde sprach ich über die arbeitsmarktpolitische Situation im Arbeitsamtsbezirk Cottbus, über den Strukturwandel und hier speziell über die Situation in der Lausitz. Wichtig ist festzustellen, dass sich seit dem Jahr 2006 die Arbeitslosigkeit von 13% auf derzeit 5,4% extrem positiv entwickelt hat. Nach einem kurzen Knick in der Arbeitsmarktentwicklung durch die Corona-Pandemie hat sich die Arbeitslosenquote jetzt sogar auf ein Niveau niedriger als das Vor-Corona-Niveau eingependelt.

Im Zuge des Strukturwandels heißt es gelegentlich in der Öffentlichkeit, dass nach der Kohle die Lausitz arbeitsmarkttechnisch abgehängt werden könnte. Der Auffassung widerspricht Heinz Wilhelm Müller vehement, da die Fachkräfte auch weiterhin eine gute Zukunft in der Lausitz haben werden. Wir haben zum jetzigen Stand 8000 unbesetzte Arbeitsstellen im Arbeitsmarktbezirk und nach wie vor einen grassierenden Fachkräftemangel, was die Betriebe und Unternehmen zunehmend in Schwierigkeiten bringt. Auch der Ausbildungsmarkt war in den letzten 30 Jahren noch nie so positiv. Wir haben im Bezirk Cottbus 3.500 offene Ausbildungsstellen, dem gegenüber 2.500 mögliche Auszubildende stehen. Unsicherheitsfaktoren bei der Arbeitsmarktentwicklung sehe ich allerdings in der Frage der Energiesicherheit. Gerade mit Blick auf den Krieg gegen die Ukraine sind die Folgen noch nicht abzuschätzen.