Holodomor als Völkermord anerkennen

21.10.2022, 13:29 Uhr | Knut Abraham, MdB

„1932/1933 starben bei der von Stalin gezielt herbeigeführten Hungersnot in der Ukraine bis zu vier Millionen Menschen. Der sogenannte „Holodomor" ist eines der schlimmsten Verbrechen in der Geschichte Europas im 20. Jahrhundert. Trotzdem ist dieses dunkle Kapitel europäischer Geschichte in Deutschland unzureichend bekannt und aufgearbeitet.

Anlässlich des 90. Jahrestags hat die CDU/CSU Fraktion einen Antragsentwurf verfasst, mit dem Ziel den Holodomor als Völkermord anzuerkennen. Wir fordern die Ampel-Fraktionen dazu auf, diesen wichtigen Schritt gemeinsam zu gehen und begrüßen, dass sich der Grünen-Vorsitzende Omid Nouripour öffentlich für eine Anerkennung ausgesprochen hat. Damit würde der Bundestag dem Beispiel anderer Demokratien, wie der Ukraine, Polen, Estland, Lettland, Litauen, der Tschechischen Republik, Ungarn, Portugal, USA, Kanada, Australien und Georgien, deren Parlamente den Holodomor ebenfalls als Völkermord eingestuft haben, folgen.

Heute Morgen forderte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba per Video-Botschaft in Berlin den Bundestag auf, diese historische Entscheidung der Anerkennung des Holodomor zu treffen. Kuleba zitierte den Vater der Völkermord Definition, Raphael Lemkin, der den Holodomor als „klassisches Beispiel für sowjetischen Völkermord" bezeichnete.

Die Anerkennung des Holodomors als Völkermord soll die Millionen Opfer dieses grausamen Verbrechens ehren und diesem grausamen Kapitel der Geschichte auch in der deutschen Öffentlichkeit mehr Gewicht verleihen. Deshalb fordert die CDU/CSU die Bundesregierung dazu auf, eine für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehende Ausstellung in Berlin zu unterstützen und sich gemeinsam mit den Bundesländern für eine breite Information der deutschen Öffentlichkeit auch im Bildungsbereich über den Holodomor einzusetzen."